Eine Weihnachtsgeschichte


Längst vergangene Weihnachten

Der Nachmittag geht vorbei, und plötzlich ist es dunkel. Kalt glitzert der Schnee im Licht der Straßenlaterne. Es ist so weit. Der Weihnachtsabend ist da. Ich freue mich darauf, Oma zu holen und laufe mit großen Schritten den Berg hinunter. Der Schnee knirscht bei jedem meiner Schritte. Es hört sich an wie „Weihnachten kommt, Weihnachten kommt, Weihnachten kommt“. Da, die Bahnschranken sind zu und kein Zug ist in Sicht. Auf der anderen Seite der Schranken steht Hilde. Sie ist Schrankenwärterin und hat heute Abend Dienst. Ganz in der Ferne ist ein Grollen, Zischen und Stampfen zu hören. Tsch, tsch, tsch, babam, babam, babam, donnert die Dampflok mit ihren vielen Waggons vorbei. Ich wünsche Hilde frohe Weihnachten, und kurze Zeit später bin ich bei meiner Oma. Aufgeregt klopfe ich laut und meine Oma öffnet die Tür. In ihrer Wohnstube ist Weihnachten schon da. Der Duft von Räucherkerzen zieht durch die Luft und das milchige, gelbe Licht der alten Wohnzimmerlampe strahlt Ruhe aus. Wir gehen gemeinsam zurück. Ich eher etwas ungeduldig und hastig. Oma bedächtig, langsam und etwas ängstlich. Der Schnee ist glatt getreten und sie hat Angst, auszurutschen. Ich halte meine Oma fest und wir kommen sicher zu Hause an. Nur noch die Treppe hoch. Wir sind da! Mutti hat den Tisch gedeckt, und gemeinsam essen wir zu Abend. Es gibt wie immer am Weihnachtsabend Weißwürste mit Kartoffelsalat. Nach dem Essen warten wir Jungs mit Oma in der Küche auf die Bescherung. Die Vorfreude in der Adventszeit und die Aufregung am Weihnachtsabend ist einfach etwas Wunderschönes.