Die Hexe und die Ehebrecherin


Die Hexe


Sie schrie, zerrte an ihren Fesseln, kratzte und bespuckte den Henker in ihrer Ohnmacht. Er stand vor ihr, gewaltig, drohend mit seinem roten Umhang und der feuerroten Kapuze, die den Kopf vollkommen bedeckte. Nur zwei Augenschlitze waren in der Kapuze eingearbeitet, durch die eisige, graue und kalte Augen das Opfer taxierten. Sie war eine Hexe und sollte brennen.
Das dumme Volk, der Mob johlte, pfiff und schrie: "Brennt sie, wir wollen sie brennen sehen!"
Langsam ging der Henker auf das Mädchen zu, der ihr ganzes Vergehen aus einer Buhlerei mit ihrem Geliebten bestand und der im Beischlaf mit ihr einen Herzinfarkt bekam und starb. Sie wurde der Hexerei bezichtigt, angeklagt, und gestand bei der peinlichen Befragung der Inquisition dem eilig herbeigerufenen Bischof unter der Folter alles, was er nur hören wollte.

"Sie ist eine Hexe!", rief eine verwachsene, bucklige Alte. "Brennt sie!", sie hat meinen Sohn auf dem Gewissen!
Der Henker band das Mädchen an dem Pfahl fest. Das Stroh, Reisig und das Holz waren bereits aufgeschichtet und er hielt urplötzlich seine Fackel an das Stroh. Sofort brannte das Feuer hässlich prasselnd. Hell  erleuchteten  die Flammen die anbrechende Dunkelheit des späten Nachmittags am  4. Advent  Anno 1583 in St. Peter.

Da erstarrte die Menschenmenge vor Entsetzen. Das Mädchen sang in ihren Schmerzen das "Ave Maria" bis in der eingetreten Stille nur noch das laute Knistern des gewaltigen Feuers zu hören war.

Die Ehebrecherin

Sie schrie, zerrte an ihren Fesseln, kratzte und bespuckte den Henker in ihrer Ohnmacht. Er stand vor ihr, gewaltig, drohend mit seinem schwarzen Umhang und der schwarzen Kapuze, die den Kopf vollkommen bedeckte. Nur zwei Augenschlitze waren in der Kapuze eingearbeitet, durch die eisige, graue und kalte Augen das Opfer taxierten. Sie war eine Ehebrecherin und sollte gesteinigt werden.
Das dumme Volk, der Mob johlte, pfiff und schrie: "Steinigt sie, wir wollen sie steinigen!"
Langsam ging der Henker auf das Mädchen zu, der ihr ganzes Vergehen aus der Liebe zu ihrem Geliebten bestand, der im Beischlaf mit ihr einen Herzinfarkt bekam und starb. Sie wurde des Ehebruches bezichtigt, angeklagt, und verurteilt. "Sie ist eine Ehebrecherin!", rief eine verwachsene, bucklige Alte. "Steinigt sie!", sie hat meinen Sohn auf dem Gewissen!
Der Henker packte das Mädchen, warf es in die Grube und schaufelte Sand hinein, bis nur noch ihr Kopf herausschaute. Dann forderte er die verwachsene, bucklige Alte auf, den ersten Stein zu werfen. Langsam hob die Alte einen Stein auf, den sie kaum bewegen konnte, und warf ihn mit erstaunlicher Kraft auf das Mädchen. Der Stein traf ihre Unterlippe und ein Strahl hellroten Blutes ergoss sich in den Sand. Ein heiserer Aufschrei entrang sich den Lippen des gequälten Menschenkindes. Sie rief Allah um Gerechtigkeit an, denn sie wurde jeden Tag von ihrem Ehemann geschlagen. Ihr Gebet ging in dem Geschrei des rasenden Mobs unter und es war, als wenn eine Staumauer brach und die alles mit sich reißende Flut ihren Weg unkontrolliert in die Täler suchte. Das sonst so fromme, zu Allah betende Volk raste vor Blutdurst und es hagelte Steine auf den einzelnen Kopf,  der aus dem Sand herausragte und immer mehr zu einem formlosen, blutigen Fleischklumpen wurde. Der blutige Klumpen mit schwarzen Haarfetzen und die umherliegenden Steine sah aus, als hätte Satan sein blutiges Werk verrichtet.
Das geschah im Jahr 2014 in Pakistan.